Verstehen, was geschieht

Der in den USA produzierte Amateurfilm verunglimpft den Prophet Mohammed, weshalb in der arabischen Welt seit Mittwoch Tausende von Muslimen mit Gewalt gegen westliche Einrichtungen vorgehen. Botschaftsgebäude werden umzingelt und gestürmt. Die Empörung hat auf allen Seiten ein bedrohliches Ausmass angenommen.

Die Leidenschaften und das Gegeneinander der Religionen und Kulturen provozieren dazu, auch Grenzen zu überschreiten, wo das gemeinsame internationale Recht zerbricht.

 

Ich denke, man kann diese Aussage vorwärts und rückwärts lesen:

Wo die Rücksichtnahme auf andere Kulturen und das gemeinsame Recht zerbrechen, bestimmen die Leidenschaften das Miteinander und Gegeneinander in der Weltgemeinschaft. Das geschieht in unserer Internetkultur mit rasender Geschwindigkeit.

Und: 

Wo die Leidenschaften und das Gegeneinander der Religionen und Kulturen in Empörung umschlägt, werden  auch Grenzen überschritten, sodass sogar das gemeinsame internationale Recht zerbricht.

Es muss neu überdacht werden, wie wir mit Provokation und Empörung umgehen im Zeitalter der elektronischen Medien und Platformen.

 

 "it is a part of our brave new world of endless information and mindless usage of that information. Gertrude Himmelfarb once observed: “Like postmodernism, the Internet does not distinguish between the true and the false, the important and the trivial, the enduring and the ephemeral.” Quote from Bruce B. Lawrence Professor of Religion and Director of the Islamic Studies Center at Duke University.

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Kommentare: 1
  • #1

    Heinrich Bolleter (Dienstag, 18 September 2012 09:16)

    Als Nachtrag ein Zitat von Friedrich Wilhelm Graf, Theologieprofessor in München (aus NZZ vom 17. September 2012):
    "Man kann hoffen und sollte dafür eintreten, dass in der Gesellschaft pluralitätsdienliche Tugenden wie Respekt, Takt, Höflichkeit, Zivilcourage, Empathie und Gesprächsbereitschaft gepflegt werden."